Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.
Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.
Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

Verantwortlich: Sportverein Vollmaringen e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Vollmaringen 1926 e.V. hat auf seinem Sportgelände einen vollständig inklusiven Spielplatz realisiert, der Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap gleichermaßen offensteht.
Bereits seit 1986 besteht eine enge Kooperation mit der Lebenshilfe Nagold. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit entstand 2021 die Idee, den in die Jahre gekommenen Vereins-Spielplatz grundlegend zu erneuern – und ihn bewusst inklusiv zu gestalten.
Zur Vorbereitung wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, in der neben Vereinsverantwortlichen auch Fachleute der Lebenshilfe sowie Menschen mit Handicap vertreten waren. Nach einer ersten Kostenschätzung von 250.000 € entschied sich der Verein trotz der finanziellen Herausforderung für die Umsetzung.
Im Jahr 2023 wurde in der Hauptversammlung der Baubeschluss gefasst. Die Bauarbeiten begannen im April 2024, im Oktober 2024 wurde der inklusive Spielplatz feierlich eröffnet.
Heute bietet der Spielplatz zahlreiche barrierefreie Spielmöglichkeiten:
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unterfahrbarer Sandspieltisch
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rollstuhlgerechtes Trampolin
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breite Rutsche
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unterfahrbare Tischtennisplatte
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Spielzug mit barrierefreiem Zugang
Insgesamt investierte der Verein 285.000 € und leistete 4.300 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Eine sechsköpfige „kleine Arbeitsgruppe“ begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung maßgeblich.
Der Spielplatz wird sehr gut angenommen – sowohl von Vereinsmitgliedern als auch von sozialen Einrichtungen aus der Region.

Verantwortlich: Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V.
Projektbeschreibung:
Der Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V. (TVK Essen) stellt seine beiden Motorboote, die für das Training der Wassersportler auf dem Baldeneysee eingesetzt werden, schrittweise von Benzin- auf Elektroantrieb um.
Bisher wurden die Boote mit 20 PS bzw. 25 PS starken Benzin-Außenbordmotoren betrieben. Der jährliche Kraftstoffverbrauch lag bei ca. 600–1.000 Litern Superbenzin. Zusätzlich verursachten die älteren Motoren Wartungskosten von zuletzt rund 1.000 Euro pro Boot und Jahr. Neben den laufenden Kosten waren insbesondere Lärmemissionen und Abgase problematisch – vor allem vor dem Hintergrund, dass der Baldeneysee ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet ist.
Im Jahr 2025 begann die Umrüstung auf Elektroantrieb. In jedes Boot wurde ein 12 kW Elektromotor eingebaut, der leistungsmäßig einem 20 PS Benzinmotor entspricht. Als Energiespeicher dienen pro Boot zwei 5 kWh Lithium-Ionen-Batterien, die ausreichend Kapazität für den Trainingsbetrieb bieten.
Die Batterien können über jeweils ein eigenes Schnellladegerät parallel geladen werden. Durch neu installierte Stromanschlüsse am Steg und in der Bootshalle stehen die erforderlichen 12 kW Ladeleistung zur Verfügung. Eine vollständige Aufladung für die nächste Trainingseinheit ist in weniger als zwei Stunden möglich.
Der benötigte Ladestrom stammt größtenteils aus einer vereinseigenen 26 kWp Photovoltaikanlage, die 2023 auf dem Vereinsheim installiert wurde und mit einem 20 kW Batteriespeicher kombiniert ist. Über ein selbst entwickeltes Lademanagementsystem wird überschüssiger Solarstrom gezielt für das Laden der Bootsbatterien genutzt.
Zwischen März und Oktober – der intensivsten Trainingszeit – kann der benötigte Strom nahezu vollständig durch die eigene PV-Anlage erzeugt werden. Insgesamt werden voraussichtlich über 80 % des jährlichen Ladestroms durch selbst produzierten Solarstrom gedeckt.
Das erste umgerüstete Boot ist seit September 2025 im Einsatz. Aufgrund der positiven Erfahrungen hinsichtlich Reichweite, Geschwindigkeit, Ladezeiten und vor allem der erheblichen Lärmreduktion wird auch das zweite Boot umgerüstet, sodass ab der Saison 2026 der Trainingsbetrieb vollständig elektrisch erfolgt.
Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Vereins. Bereits 2021 wurde das Dach des Vereinsheims energetisch saniert und anschließend mit der Photovoltaikanlage ausgestattet. Als nächster Schritt ist die Installation einer Wärmepumpe zur Ablösung der bestehenden Gasheizung geplant.

Verantwortlich: Sportverein Heimbach e.V.
Projektbeschreibung:
Viele Spieler:innen sowie Zuschauer:innen reisen – insbesondere bei gutem Wetter – mit dem Fahrrad zu Trainingseinheiten und Spielen des SV Heimbach an. Um diese umweltfreundliche Anreiseform weiter zu fördern, wurde auf dem Vereinsgelände ein neuer Fahrradabstellplatz geschaffen.
Direkt neben dem Vereinsheim entstand auf einer zuvor hergerichteten, ebenen Fläche eine feste Abstellmöglichkeit mit mehreren im Boden verankerten Fahrradständern. Diese ermöglichen ein sicheres Anschließen der Fahrräder und erhöhen damit Komfort sowie Diebstahlschutz.
Als Mitglied der N!-Charta Sport setzt der SV Heimbach damit ein weiteres sichtbares Zeichen für nachhaltiges Handeln im Vereinsalltag. Die offizielle Eröffnung des Fahrradabstellplatzes ist für den Sommer 2026 geplant – unter aktiver Beteiligung der Dorfbevölkerung.

Verantwortlich: Aalener Sportallianz e.V.
Projektbeschreibung:
Die Aalener Sportallianz engagiert sich seit vielen Jahren in integrativen Projekten in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Quartieren der Aalener Wohnungsbau. In den Quartieren Garten-/Hofackerstraße sowie Friedrichstraße leben zahlreiche Kinder, die aufgrund der sozialen Herkunft und der wirtschaftlichen Situation ihrer Familien unter erschwerten Bedingungen aufwachsen. Der Zugang zu regelmäßigen Freizeit- und Sportangeboten ist für viele von ihnen eingeschränkt.
Um diesem Umstand zu begegnen, bringt die Sportallianz Aalen den Sport direkt in die Wohnquartiere. Zwischen Ostern und den Sommerferien bietet ein Mitarbeiter des vereinseigenen Kindersports (KISS) wöchentlich auf Grünflächen neben den Wohnblocks offene Sportstunden an. Das Angebot umfasst vielfältige Bewegungs- und Fangspiele sowie Einheiten in Fußball, Basketball, Völkerball, Hockey und weiteren Wurf- und Mannschaftsspielen. Ergänzt wird das Programm durch kleinere Ausflüge.
Die Kinder lernen auf diese Weise niedrigschwellig die Sportangebote der Aalener Sportallianz kennen und erhalten die Möglichkeit, jederzeit am regulären Vereinstraining zu schnuppern. Darüber hinaus werden sie gezielt zum Feriencamp eingeladen. Perspektivisch können ältere Teilnehmende selbst Verantwortung übernehmen und als Betreuerinnen und Betreuer im Feriencamp mitwirken.
Das Projekt schafft einen direkten Zugang zu Bewegung, stärkt soziale Teilhabe und eröffnet langfristige Entwicklungsperspektiven im Verein.

Verantwortlich: FC Kirchweiler 1925 e.V.
Projektbeschreibung:
Aus einer Idee, die 2019 auf einer Zukunftskonferenz des FC Kirchweiler 1925 e.V. entstand, entwickelte sich ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt mit starkem Nachhaltigkeitsfokus. Ziel war es, einen Soccercourt zu realisieren, der trotz begrenzter finanzieller Mittel hochwertige Trainings- und Begegnungsmöglichkeiten für den Verein und die gesamte Region bietet.
Da die ursprünglich kalkulierten Kosten für ein klassisches DFB-Kleinspielfeld bei rund 350.000 Euro lagen und damit für den kleinen Dorfverein mit etwa 230 Mitgliedern nicht realisierbar waren, entschied sich der FC Kirchweiler für einen alternativen Ansatz: Kreatives Upcycling, handwerkliche Eigenleistung und konsequente Wiederverwendung gebrauchter Materialien.
In nahezu vollständiger Eigenleistung entstand so eine 30 x 30 Meter große Multifunktions-Kleinspielfeld-Arena, die doppelt so groß ist wie ein klassisches DFB-Kleinspielfeld. Der Bau umfasste den Abtrag des Oberbodens, die Herstellung einer tragfähigen Tragschicht, ein durchdachtes Drainagesystem mit Anbindung an eine bestehende 10.000-Liter-Zisterne sowie die Montage von Bandensystem, Toren, Fangzäunen und einer LED-Flutlichtanlage. Lediglich die Verlegung und Verfüllung des Kunstrasens wurde aus Qualitätsgründen an eine Fachfirma vergeben.
Zentrales Element des Projekts ist die Wiederverwendung gebrauchter Materialien aus ganz Deutschland: ehemalige Indoor-Soccercourts, rund 1.000 m² gerettete Shockpads sowie Tennisnetze aus Vereinsauflösungen fanden eine neue Nutzung. Durch flexible Spielfeldmarkierungen, mobile Netzkonstruktionen und variable Toranordnungen ist die Arena vielseitig nutzbar – von Kinder- und Jugendtraining über Mannschaftstraining bis hin zu Sportangeboten für Erwachsene und Senioren.
Heute dient die Kleinspielfeld-Arena nicht nur dem FC Kirchweiler, sondern als generationenübergreifender Bewegungs- und Begegnungsraum für die gesamte Region.
Sowohl die Sportschau als auch der SWR berichteten über das Projekt des FC Kirchweiler.

Verantwortlich: DJK Ruhrwacht e.V.
Projektbeschreibung:
Als naturverbundener Kanusportverein ist sich die DJK Ruhrwacht ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und zukünftige Generationen bewusst. Kanusport ist Natursport – gleichzeitig sind Sportvereine jedoch nicht automatisch nachhaltig. Abfälle, Verkehr, Lärm sowie die zunehmenden Folgen des Klimawandels können Natur und Menschen erheblich belasten. Dies gilt in besonderem Maße, da sich das Paddelrevier der DJK Ruhrwacht im FFH-Gebiet „Mülheimer Ruhraue“ befindet, einem sensiblen Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit hohem Nutzungsdruck.
Vor diesem Hintergrund engagiert sich der Verein seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Ruhraue, unter anderem durch regelmäßige Müllsammelaktionen, die zweimal jährlich mit starker Beteiligung der Vereinsjugend durchgeführt werden, sowie durch die Teilnahme an überregionalen Aktionen wie dem Ruhr Clean-up.
Um Nachhaltigkeit jedoch nicht nur punktuell, sondern systematisch und langfristig im Vereinsleben zu verankern, hat die DJK Ruhrwacht 2024 als erster Sportverein in Mülheim an der Ruhr einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht erstellt und darauf aufbauend eine vereinsbezogene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Ziel ist es, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Vereinsaktivitäten transparent zu erfassen, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.
Der Nachhaltigkeitsbericht bildet die Grundlage für ein praxisnahes Nachhaltigkeitsmanagement. Kernstück der Strategie ist ein eigens entwickeltes SDG-Matrixmodell, das die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf die spezifischen Bedingungen eines Sportvereins überträgt. Das Modell zeigt in vier klaren Schritten, wie Nachhaltigkeitsziele systematisch erfasst, bewertet und umgesetzt werden können und besitzt Modellcharakter für andere Kanusportvereine.
Den Nachhaltigkeitsbericht findest du hier.

Verantwortlich: FC Ellwangen 1913 e.V.
Projektbeschreibung:
Der FC Ellwangen 1913 e.V. ist Hauptnutzer eines bundesweit einzigartigen Fußballplatzes: In Ellwangen wurde erstmals ein Kunstrasen installiert, der vollständig auf nachwachsenden Rohstoffen basiert und ohne herkömmliche Kunststoffe auskommt. Der plastikfreie Kunstrasen ersetzt einen ehemaligen Hartplatz, der zuletzt kaum noch bespielbar und besonders verletzungsträchtig war.
Sowohl der Rasenteppich als auch das verwendete Füllmaterial (Infill) bestehen aus biobasierten Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie landwirtschaftlichen Nebenprodukten und Holzbestandteilen hergestellt werden. Im Gegensatz zu konventionellen Kunstrasenplätzen entsteht dadurch kein dauerhafter Mikroplastikeintrag in die Umwelt, da sich das Material biologisch abbaut.
Der Platz ermöglicht ganzjähriges Training – auch bei schlechter Witterung – und wird intensiv von den Jugend- und Aktivenmannschaften des FC Ellwangen genutzt. Erste Praxistests, insbesondere mit Nachwuchsmannschaften, zeigen ein gutes Spielverhalten des Balles sowie eine insgesamt hohe Akzeptanz bei den Sportlerinnen und Sportlern. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Sportinfrastruktur.
Sowohl der SWR als auch Sky Sport berichteten über das Projekt.

Verantwortlich: FC Hertha Bonn 1918 e.V.
Projektbeschreibung:
Der FC Hertha Bonn verfolgt seit über fünf Jahren einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist der Lebenszyklus eines Vereinstrikots, der als nahezu geschlossener Kreislauf organisiert ist.
Bereits bei der Neuanschaffung setzt der Verein auf Ressourcenschonung: Statt regelmäßig komplette Trikotsätze neu zu kaufen, erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme. Benötigte Teile werden gezielt nachbestellt – etwa einzelne Größen oder Rückennummern. Dadurch konnte in der vergangenen Saison jede Mannschaft vollständig ausgestattet werden, ohne unnötige Neuanschaffungen. Unterstützt wird dieser Ansatz durch einen Hersteller, der individualisierbare Einzelstücke anbietet und zunehmend auf fair produzierte sowie nachhaltige Materialien setzt. Die Nutzungsdauer von Trikots, Hosen und Stutzen wird so deutlich verlängert, gleichzeitig profitieren Spielerinnen und Spieler von passgenauen Größen.
Am Ende einer Saison werden aussortierte, aber noch gut erhaltene Kleidungsstücke nicht entsorgt, sondern weiterverwendet. Über einen vereinseigenen Second-Hand-Verkauf erhalten Trikots, Trainingsjacken, Hosen oder Anoraks ein zweites oder sogar drittes Leben. Komplett ausgemusterte Trikotsätze werden an das Projekt „Football for Changes“ des Vereins Afrika Charity und Kultur e.V. gespendet, das Straßen- und Waisenkindern in Kinshasa den Zugang zum Fußball ermöglicht. Seit 2021 konnten auf diesem Weg bereits größere Mengen an Sportkleidung, Schuhen und Bällen weitergegeben werden. Zudem motiviert Hertha Bonn befreundete Vereine, ihre Altbestände ebenfalls zu spenden, und unterstützt bei Abholung und Transport.
Ist Sportbekleidung nicht mehr nutzbar, wird sie über eine Recyclebox der Firma SportsHub dem Recyclingkreislauf zugeführt. Aus alten Textilien und Hartplastikteilen entstehen neue Trikots oder Merchandisingartikel. Künftig sollen beispielsweise Trikots für Vereinscamps aus recyceltem Material hergestellt werden. Auch das Design wird dabei bewusst nachhaltig gedacht, etwa durch den Verzicht auf Jahreszahlen oder Eventnamen, um die Nutzungsdauer weiter zu verlängern.

Verantwortlich: SSV Hohenacker e.V.
Projektbeschreibung:
Der SSV Hohenacker hat mit dem Projekt „Bindungskreislauf: Vom Mitglied zum Ehrenamt“ ein innovatives Modell entwickelt, um Mitglieder – insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene – langfristig an den Verein zu binden und schrittweise für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele junge Menschen neben Schule oder Ausbildung bereits Nebenjobs ausüben. Das Projekt setzt genau hier an: Zusatzeinnahmen sollen möglichst innerhalb des Sportvereins generiert werden. Für verschiedene Tätigkeiten außerhalb klassischer Funktionärsrollen – etwa als Helfer, Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter oder Projektverantwortlicher – werden finanzielle Anreize im Rahmen der Ehrenamtspauschale geschaffen.
Während bei Jugendlichen der finanzielle Aspekt eine wichtige Einstiegsmotivation darstellt, richtet sich das Konzept bei älteren Mitgliedern stärker auf ideelle Anreize. Sie erhalten die Möglichkeit, ihr verdientes Geld ganz oder teilweise wieder an den Verein zurückzuspenden und dabei eigene Wunschprojekte einzubringen, mitzugestalten und zu finanzieren. So entsteht ein Kreislauf aus Engagement, Verantwortung und Identifikation mit dem Verein.
Das Projekt ermöglicht einen niederschwelligen Einstieg in die Vereinsarbeit und fördert eine langfristige Entwicklung vom Helfenden zur verantwortungsvollen ehrenamtlichen Tätigkeit.

Verantwortlich: SSV Hohenacker e.V.
Projektbeschreibung:
Der SSV Hohenacker hat auf Grundlage einer Energieberatung aus dem Jahr 2020 ein umfassendes Sanierungskonzept für sein Vereinsheim umgesetzt. Statt einer einzelnen Großmaßnahme wurden mehrere aufeinander abgestimmte Teilprojekte realisiert, die gemeinsam zu einer deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs und zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Sportanlage beitragen.
1. Umrüstung auf LED-Beleuchtung (2021)
Alle bestehenden Leuchtstoffröhren wurden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Die Umsetzung erfolgte vollständig kostenneutral für den Verein über ein Spendenportal der KSK Waiblingen auf betterplace.
2. Austausch der Ölheizung gegen eine Pelletheizung
Die bestehende Ölheizung wurde durch eine Pelletheizung ersetzt. Das Projekt wurde durch eine Kombination aus Fördermitteln und Spenden finanziert:
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45 % Förderung durch das BAFA
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30 % Förderung durch die WLSB-Sportstättenförderung (sportlich genutzter Anteil)
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10 % Förderung durch die Stadt Waiblingen (sportlich genutzter Anteil)
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zusätzliche Spenden von Cents for Help e.V. sowie privaten Spenderinnen und Spendern (teilweise über ein Spendenportal der Volksbank Stuttgart)
Durch diese Förder- und Spendenstruktur konnte auch dieses Projekt ohne Eigenmittel des Vereins realisiert werden.
3. Aufbau einer Photovoltaikanlage
Der Aufbau der PV-Anlage wurde zu großen Teilen durch eine Spendenaktion von Aldi („Gut fürs Wir“) sowie weitere Privatspenden über betterplace finanziert. In Kombination mit dem Stromverkauf über die öffentliche Ladesäule (siehe Teilprojekt 4) wird eine schnelle Amortisation der Anlage erreicht.
4. Errichtung einer öffentlichen Ladesäule
Über ein Spendenportal der BW-Stiftung konnte eine öffentlich zugängliche Ladesäule installiert werden. Dank des hohen Förderanteils können ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Funktionsträger sowie künftig auch Mannschaften bei Auswärtsfahrten kostenlos oder vergünstigt Strom laden. Vereinsmitglieder erhalten einen vergünstigten Tarif.
Außerhalb der Vereinsnutzung steht die Ladesäule der Öffentlichkeit zur Verfügung und generiert zusätzliche Einnahmen.
Bei allen Maßnahmen wurden – soweit möglich – vereinseigene Helferinnen und Helfer eingesetzt, darunter auch Jugendliche. Die aktive Beteiligung ist Teil des vereinseigenen Konzepts „Bindungskreislauf“.
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Verantwortlich: FC Schönau 08 e.V.
Projektbeschreibung:
Nachhaltigkeit bedeutet für den FC Schönau nicht nur Energieeinsparung, sondern auch ein bewussterer Umgang mit Ernährung und Konsum. Aus diesem Grund wurde der Gastronomiebereich des Vereins gezielt weiterentwickelt.
Seit Juni 2024 wird bei jedem Heimspiel, bei dem klassische Stadionwürste angeboten werden, zusätzlich eine vegane Stadionwurst verkauft. Ziel war es, eine nachhaltige Alternative zu schaffen, ohne bestehende Angebote zu ersetzen oder einzuschränken.
Die Einführung der veganen Stadionwurst wurde von Fans, Gästen und Vereinsmitgliedern sehr gut angenommen und ergänzt das kulinarische Angebot sinnvoll. Damit ermöglicht der Verein eine bewusste Wahlmöglichkeit und trägt gleichzeitig zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks des Spielbetriebs bei.

Verantwortlich: FC Schönau 08 e.V.
Projektbeschreibung:
Die Stadionzeitung ist ein fester Bestandteil des Heimspieltags beim FC Schönau. Gleichzeitig verursacht der Druck regelmäßig Papierverbrauch, Transportaufwand und Kosten. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, die Stadionzeitung vollständig zu digitalisieren.
Bis August 2024 wurde die gedruckte Stadionzeitung abgeschafft und durch eine rein digitale Version ersetzt. Der Zugriff erfolgt über QR-Codes, die auf dem gesamten Sportgelände verteilt sind, sowie über Social-Media-Posts vor jedem Heimspiel mit direkter Verlinkung zur aktuellen Ausgabe.
Die digitale Lösung reduziert nicht nur den Papierverbrauch erheblich, sondern bietet auch neue Möglichkeiten: Inhalte können flexibler angepasst werden, Sponsoren profitieren von messbaren Zugriffszahlen, und Aktualisierungen sind auch kurzfristig möglich.





