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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Ressourcenschonung

Ressourcenschonung

fck

Verantwortlich: FC Kirchweiler 1925 e.V.

Projektbeschreibung:

Aus einer Idee, die 2019 auf einer Zukunftskonferenz des FC Kirchweiler 1925 e.V. entstand, entwickelte sich ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt mit starkem Nachhaltigkeitsfokus. Ziel war es, einen Soccercourt zu realisieren, der trotz begrenzter finanzieller Mittel hochwertige Trainings- und Begegnungsmöglichkeiten für den Verein und die gesamte Region bietet.

Da die ursprünglich kalkulierten Kosten für ein klassisches DFB-Kleinspielfeld bei rund 350.000 Euro lagen und damit für den kleinen Dorfverein mit etwa 230 Mitgliedern nicht realisierbar waren, entschied sich der FC Kirchweiler für einen alternativen Ansatz: Kreatives Upcycling, handwerkliche Eigenleistung und konsequente Wiederverwendung gebrauchter Materialien.

In nahezu vollständiger Eigenleistung entstand so eine 30 x 30 Meter große Multifunktions-Kleinspielfeld-Arena, die doppelt so groß ist wie ein klassisches DFB-Kleinspielfeld. Der Bau umfasste den Abtrag des Oberbodens, die Herstellung einer tragfähigen Tragschicht, ein durchdachtes Drainagesystem mit Anbindung an eine bestehende 10.000-Liter-Zisterne sowie die Montage von Bandensystem, Toren, Fangzäunen und einer LED-Flutlichtanlage. Lediglich die Verlegung und Verfüllung des Kunstrasens wurde aus Qualitätsgründen an eine Fachfirma vergeben.

Zentrales Element des Projekts ist die Wiederverwendung gebrauchter Materialien aus ganz Deutschland: ehemalige Indoor-Soccercourts, rund 1.000 m² gerettete Shockpads sowie Tennisnetze aus Vereinsauflösungen fanden eine neue Nutzung. Durch flexible Spielfeldmarkierungen, mobile Netzkonstruktionen und variable Toranordnungen ist die Arena vielseitig nutzbar – von Kinder- und Jugendtraining über Mannschaftstraining bis hin zu Sportangeboten für Erwachsene und Senioren.

Heute dient die Kleinspielfeld-Arena nicht nur dem FC Kirchweiler, sondern als generationenübergreifender Bewegungs- und Begegnungsraum für die gesamte Region.

Sowohl die Sportschau als auch der SWR berichteten über das Projekt des FC Kirchweiler.

 

djkm

Verantwortlich: DJK Ruhrwacht e.V.

Projektbeschreibung:

Als naturverbundener Kanusportverein ist sich die DJK Ruhrwacht ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und zukünftige Generationen bewusst. Kanusport ist Natursport – gleichzeitig sind Sportvereine jedoch nicht automatisch nachhaltig. Abfälle, Verkehr, Lärm sowie die zunehmenden Folgen des Klimawandels können Natur und Menschen erheblich belasten. Dies gilt in besonderem Maße, da sich das Paddelrevier der DJK Ruhrwacht im FFH-Gebiet „Mülheimer Ruhraue“ befindet, einem sensiblen Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit hohem Nutzungsdruck.

Vor diesem Hintergrund engagiert sich der Verein seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Ruhraue, unter anderem durch regelmäßige Müllsammelaktionen, die zweimal jährlich mit starker Beteiligung der Vereinsjugend durchgeführt werden, sowie durch die Teilnahme an überregionalen Aktionen wie dem Ruhr Clean-up.

Um Nachhaltigkeit jedoch nicht nur punktuell, sondern systematisch und langfristig im Vereinsleben zu verankern, hat die DJK Ruhrwacht 2024 als erster Sportverein in Mülheim an der Ruhr einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht erstellt und darauf aufbauend eine vereinsbezogene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Ziel ist es, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Vereinsaktivitäten transparent zu erfassen, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Der Nachhaltigkeitsbericht bildet die Grundlage für ein praxisnahes Nachhaltigkeitsmanagement. Kernstück der Strategie ist ein eigens entwickeltes SDG-Matrixmodell, das die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf die spezifischen Bedingungen eines Sportvereins überträgt. Das Modell zeigt in vier klaren Schritten, wie Nachhaltigkeitsziele systematisch erfasst, bewertet und umgesetzt werden können und besitzt Modellcharakter für andere Kanusportvereine.

 Den Nachhaltigkeitsbericht findest du hier.

 

ssv hohenacker

Verantwortlich: SSV Hohenacker e.V.

Projektbeschreibung:

Der SSV Hohenacker hat auf Grundlage einer Energieberatung aus dem Jahr 2020 ein umfassendes Sanierungskonzept für sein Vereinsheim umgesetzt. Statt einer einzelnen Großmaßnahme wurden mehrere aufeinander abgestimmte Teilprojekte realisiert, die gemeinsam zu einer deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs und zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Sportanlage beitragen.

1. Umrüstung auf LED-Beleuchtung (2021)
Alle bestehenden Leuchtstoffröhren wurden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Die Umsetzung erfolgte vollständig kostenneutral für den Verein über ein Spendenportal der KSK Waiblingen auf betterplace.

2. Austausch der Ölheizung gegen eine Pelletheizung
Die bestehende Ölheizung wurde durch eine Pelletheizung ersetzt. Das Projekt wurde durch eine Kombination aus Fördermitteln und Spenden finanziert:

  • 45 % Förderung durch das BAFA

  • 30 % Förderung durch die WLSB-Sportstättenförderung (sportlich genutzter Anteil)

  • 10 % Förderung durch die Stadt Waiblingen (sportlich genutzter Anteil)

  • zusätzliche Spenden von Cents for Help e.V. sowie privaten Spenderinnen und Spendern (teilweise über ein Spendenportal der Volksbank Stuttgart)

Durch diese Förder- und Spendenstruktur konnte auch dieses Projekt ohne Eigenmittel des Vereins realisiert werden.

3. Aufbau einer Photovoltaikanlage
Der Aufbau der PV-Anlage wurde zu großen Teilen durch eine Spendenaktion von Aldi („Gut fürs Wir“) sowie weitere Privatspenden über betterplace finanziert. In Kombination mit dem Stromverkauf über die öffentliche Ladesäule (siehe Teilprojekt 4) wird eine schnelle Amortisation der Anlage erreicht.

4. Errichtung einer öffentlichen Ladesäule
Über ein Spendenportal der BW-Stiftung konnte eine öffentlich zugängliche Ladesäule installiert werden. Dank des hohen Förderanteils können ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Funktionsträger sowie künftig auch Mannschaften bei Auswärtsfahrten kostenlos oder vergünstigt Strom laden. Vereinsmitglieder erhalten einen vergünstigten Tarif.
Außerhalb der Vereinsnutzung steht die Ladesäule der Öffentlichkeit zur Verfügung und generiert zusätzliche Einnahmen.

Bei allen Maßnahmen wurden – soweit möglich – vereinseigene Helferinnen und Helfer eingesetzt, darunter auch Jugendliche. Die aktive Beteiligung ist Teil des vereinseigenen Konzepts „Bindungskreislauf“.

 

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