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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeit

Soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeit

tvr

Verantwortlich: Turnverein Ratingen 1865 e.V.

Projektbeschreibung:

Nachhaltigkeit soll im Turnverein Ratingen nicht von einzelnen Projekten oder engagierten Personen abhängen, sondern dauerhaft Teil der Vereinsentwicklung sein. Deshalb hat der Verein ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung systematisch in die Vereinsarbeit integriert.

Ein zentraler Baustein ist die Gründung einer vereinsinternen Nachhaltigkeits-AG, die Nachhaltigkeitsthemen koordiniert, Maßnahmen entwickelt und deren Umsetzung begleitet. Um den langfristigen Stellenwert des Themas zu sichern, wurde Nachhaltigkeit zudem als Vereinsziel in der Satzung verankert.

Als Grundlage für die weitere Entwicklung führte der Verein gemeinsam mit der Hochschule Bochum eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durch. Dabei wurden Mitglieder und weitere Anspruchsgruppen eingebunden, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen des Vereins entlang der ESG-Bereiche (Umwelt, Soziales und Vereinsführung) zu identifizieren und zu priorisieren.

Die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum und DKV Mobility. Ergänzend wurde eine Masterarbeit erstellt, die den strategischen Nachhaltigkeitsansatz wissenschaftlich untersuchte und praxisnah weiterentwickelte.

Aus dem strukturierten Vorgehen entstehen kontinuierlich konkrete Maßnahmen in den Bereichen Ressourcenmanagement, Mobilität, Vereinsentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung. Gleichzeitig dient der entwickelte Ansatz als Orientierung für andere Sportvereine, die Nachhaltigkeit langfristig in ihrer Organisation verankern möchten.

Für dieses strategische Gesamtkonzept wurde der Turnverein Ratingen 2024 beim Wettbewerb WestDerby Zukunft in der Kategorie „Große Sportvereine“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

 

rcn

Verantwortlich: Ruderclub Nürtingen 1921 e.V.

Projektbeschreibung:

Der Ruderclub Nürtingen (RCN) engagiert sich seit mehreren Jahren im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Rahmen der Initiative N!-Charta Sport des Landes Baden-Württemberg. Als erster Sportverein in Nürtingen wurde der Verein im Zuge dieser freiwilligen Selbstverpflichtung zertifiziert.

Ein zentrales Projekt des Vereins war die Installation eines öffentlich zugänglichen Defibrillators auf dem Vereinsgelände vor der Bootshalle. Das Gerät steht nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern allen Menschen in der Umgebung rund um die Uhr zur Verfügung. Ziel der Maßnahme ist es, die Notfallversorgung am Neckar und im Umfeld der Sportanlage zu verbessern und im Ernstfall schnell Hilfe leisten zu können.

Der Defibrillator wurde durch Sponsoren finanziert, die ebenfalls die laufenden Wartungs- und Betriebskosten übernehmen. Zusätzlich wurde das Gerät in die digitale Plattform des Vereins „Region der Lebensretter e.V.“ aufgenommen und ist damit öffentlich über eine Online-Karte auffindbar.

Begleitend zur Installation organisierte der Ruderclub vereinsinterne Erste-Hilfe-Schulungen für unterschiedliche Gruppen des Vereins. Die Kurse wurden durch erfahrene Ersthelfer-Ausbilder:innen sowie medizinische Fachkräfte unterstützt. Dadurch wurde nicht nur die technische Infrastruktur geschaffen, sondern gleichzeitig auch das Wissen zur Ersten Hilfe innerhalb des Vereins gestärkt.

Mit dem Projekt verbindet der Ruderclub Nürtingen Gesundheitsvorsorge, gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Vereinsengagement.

 

SVV

Verantwortlich: Sportverein Vollmaringen e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Vollmaringen 1926 e.V. hat auf seinem Sportgelände einen vollständig inklusiven Spielplatz realisiert, der Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap gleichermaßen offensteht.

Bereits seit 1986 besteht eine enge Kooperation mit der Lebenshilfe Nagold. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit entstand 2021 die Idee, den in die Jahre gekommenen Vereins-Spielplatz grundlegend zu erneuern – und ihn bewusst inklusiv zu gestalten.

Zur Vorbereitung wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, in der neben Vereinsverantwortlichen auch Fachleute der Lebenshilfe sowie Menschen mit Handicap vertreten waren. Nach einer ersten Kostenschätzung von 250.000 € entschied sich der Verein trotz der finanziellen Herausforderung für die Umsetzung.

Im Jahr 2023 wurde in der Hauptversammlung der Baubeschluss gefasst. Die Bauarbeiten begannen im April 2024, im Oktober 2024 wurde der inklusive Spielplatz feierlich eröffnet.

Heute bietet der Spielplatz zahlreiche barrierefreie Spielmöglichkeiten:

 

  • unterfahrbarer Sandspieltisch

  • rollstuhlgerechtes Trampolin

  • breite Rutsche

  • unterfahrbare Tischtennisplatte

  • Spielzug mit barrierefreiem Zugang

Insgesamt investierte der Verein 285.000 € und leistete 4.300 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Eine sechsköpfige „kleine Arbeitsgruppe“ begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung maßgeblich.

Der Spielplatz wird sehr gut angenommen – sowohl von Vereinsmitgliedern als auch von sozialen Einrichtungen aus der Region.

 

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