Logo des Württembergischen Landessportbund e.V.

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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.

Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.

Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

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Verantwortlich: Ruderclub Nürtingen 1921 e.V.

Projektbeschreibung:

Der Ruderclub Nürtingen (RCN) engagiert sich seit mehreren Jahren im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Rahmen der Initiative N!-Charta Sport des Landes Baden-Württemberg. Als erster Sportverein in Nürtingen wurde der Verein im Zuge dieser freiwilligen Selbstverpflichtung zertifiziert.

Ein zentrales Projekt des Vereins war die Installation eines öffentlich zugänglichen Defibrillators auf dem Vereinsgelände vor der Bootshalle. Das Gerät steht nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern allen Menschen in der Umgebung rund um die Uhr zur Verfügung. Ziel der Maßnahme ist es, die Notfallversorgung am Neckar und im Umfeld der Sportanlage zu verbessern und im Ernstfall schnell Hilfe leisten zu können.

Der Defibrillator wurde durch Sponsoren finanziert, die ebenfalls die laufenden Wartungs- und Betriebskosten übernehmen. Zusätzlich wurde das Gerät in die digitale Plattform des Vereins „Region der Lebensretter e.V.“ aufgenommen und ist damit öffentlich über eine Online-Karte auffindbar.

Begleitend zur Installation organisierte der Ruderclub vereinsinterne Erste-Hilfe-Schulungen für unterschiedliche Gruppen des Vereins. Die Kurse wurden durch erfahrene Ersthelfer-Ausbilder:innen sowie medizinische Fachkräfte unterstützt. Dadurch wurde nicht nur die technische Infrastruktur geschaffen, sondern gleichzeitig auch das Wissen zur Ersten Hilfe innerhalb des Vereins gestärkt.

Mit dem Projekt verbindet der Ruderclub Nürtingen Gesundheitsvorsorge, gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Vereinsengagement.

 

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Verantwortlich: Sportverein Nierfeld 1929 e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Nierfeld ist ein kleiner Sportverein in der Nordeifel. Da der Ort selbst nur rund 400 Einwohner zählt, arbeitet der Verein im Jugendbereich gemeinsam mit zwei benachbarten Vereinen in einer Jugendspielgemeinschaft (JSG), um allen Kindern und Jugendlichen altersgerechten Fußball zu ermöglichen.

Durch die dünne Besiedlung der Region wohnen viele Spielerinnen und Spieler in einem größeren Umkreis – teilweise bis zu 15 Kilometer vom Sportplatz entfernt. In der Vergangenheit wurden die Jugendlichen meist von ihren Eltern mit dem Auto zum Training gebracht und wieder abgeholt.

Um die damit verbundenen Umweltbelastungen sowie den organisatorischen Aufwand für Familien zu reduzieren, entwickelte der Verein eine nachhaltige Lösung: Die Trainingszeiten der Jugendmannschaften wurden gezielt an den Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrs angepasst.

Die Buslinie SB 81 (Hellenthal–Kall) verbindet nahezu alle Herkunftsorte der Spielerinnen und Spieler. Der Trainingsbeginn wurde daher von 17:00 Uhr auf 17:30 Uhr verschoben, sodass die Jugendlichen den Bus nutzen können, der um 17:20 Uhr an der nahegelegenen Haltestelle ankommt. Das Trainingsende wurde auf 18:45 Uhr gelegt, damit die Rückfahrt mit dem Bus um 19:00 Uhr möglich ist.

Auch wenn sich dadurch die Trainingszeiten der nachfolgenden Mannschaften leicht verschoben haben, wurde diese Lösung von allen Beteiligten unterstützt. So können viele Jugendliche nun eigenständig und klimafreundlich mit dem Bus zum Training kommen.

 

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Verantwortlich: Sportverein Tannau 1968 e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Tannau hat gemeinsam mit dem Saatgutexperten Patrick Kaiser (Tatgut) eine rund 2.000 m² große Blumenwiese in Elmenau entwickelt, die sowohl der Förderung der Biodiversität als auch der Gemeinschaft dient.

Auf einer zur Verfügung gestellten Fläche entstand entlang der Landesstraße eine vielfältige Blühfläche mit Sonnenblumen sowie zahlreichen heimischen und teilweise selten gewordenen Pflanzenarten. Ziel des Projekts ist es, aktiv dem Rückgang der Biodiversität entgegenzuwirken und gleichzeitig einen niedrigschwelligen Zugang für die Bevölkerung zu schaffen.

Besucher:innen können die Blumen kostenfrei pflücken; ein freiwilliges Spendenkässchen steht bereit. Ergänzt wird das Projekt durch Führungen, gemeinschaftliche Aktionen sowie Veranstaltungen wie ein Sonnenblumenfest.

Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch den starken ehrenamtlichen Einsatz aus: Von der Bodenvorbereitung über die Pflege bis hin zur täglichen Zusammenstellung von Blumensträußen engagieren sich Mitglieder aller Altersgruppen.

Neben dem ökologischen Nutzen dient die Blumenwiese auch als sozialer Treffpunkt und stärkt den Zusammenhalt innerhalb des Vereins sowie in der gesamten Region.

 

vfl

Verantwortlich: VfL Pfullingen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Der VfL Pfullingen 1862 e.V. organisiert seit über 50 Jahren eine jährliche Skibörse, die sich zu einer festen Institution und einem regionalen Treffpunkt für Wintersportbegeisterte entwickelt hat.

Ursprüngliches Ziel war es, Wintersport für alle zugänglich zu machen – insbesondere für Kinder und Einsteiger. Dieses Anliegen steht bis heute im Mittelpunkt: Auf der Skibörse wird gebrauchte Ski- und Snowboardausrüstung für alle Altersklassen und Leistungsniveaus zu fairen Preisen angeboten.

Im Laufe der Zeit hat sich die Skibörse zu einem wichtigen Beitrag für nachhaltiges Handeln im Sportverein entwickelt. Wintersportausrüstung besteht häufig aus komplexen Materialkombinationen, die nur schwer recycelbar sind. Daher setzt der Verein gezielt auf die Verlängerung der Nutzungsdauer vorhandener Produkte.

Gebrauchte Ausrüstung wird gesammelt, geprüft und weiterverkauft – und erhält so ein zweites Leben. Gleichzeitig wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass „gebraucht“ eine nachhaltige und verantwortungsvolle Alternative zur Neuanschaffung ist.

Die Organisation erfolgt professionell und effizient: Durch EDV-gestützte Abläufe werden Annahme, Verkauf und Abholung strukturiert gesteuert, während die persönliche Beratung sicherstellt, dass Käufer*innen die passende Ausrüstung finden.

Die Skibörse verbindet damit ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Fairness in einem funktionierenden regionalen Kreislauf.

 

Urkunde-Klimafit_news

Verantwortlich: Landessportschule Ruit

Projektbeschreibung:

Die Landessportschule Ruit hat erfolgreich am Förderprogramm Klimafit Baden-Württemberg teilgenommen und wurde dafür offiziell mit einer Urkunde ausgezeichnet. Im Rahmen des rund einjährigen Programms wurden systematisch Maßnahmen entwickelt, um Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen der Einrichtung zu reduzieren.

Klimafit ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Es unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, einen strukturierten Einstieg in den Klimaschutz zu finden. Über Workshops, individuelle Beratung und Vernetzung werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung von Emissionen entwickelt.

Im Rahmen der Teilnahme erstellte die Landessportschule Ruit eine umfassende Klimabilanz, etablierte entsprechende organisatorische Strukturen für den Klimaschutz und entwickelte einen Maßnahmenkatalog.

Ein zentraler Bestandteil dieses Maßnahmenpakets ist die konsequente Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie. Allein durch diese Maßnahme können jährlich rund 3.000 Kilogramm CO₂ eingespart werden.

Nach erfolgreichem Abschluss des Programms erhielten Sportschulleiter Mathias Bauer und WLSB-Bereichsleiter Liegenschaften Sebastian Kling im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung die Klimafit-Urkunde.

Mit der Teilnahme am Programm hat die Landessportschule Ruit einen wichtigen Schritt hin zu einer systematischen und langfristig angelegten Klimaschutzstrategie der Sportschule gemacht.

 

SVV

Verantwortlich: Sportverein Vollmaringen e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Vollmaringen 1926 e.V. hat auf seinem Sportgelände einen vollständig inklusiven Spielplatz realisiert, der Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap gleichermaßen offensteht.

Bereits seit 1986 besteht eine enge Kooperation mit der Lebenshilfe Nagold. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit entstand 2021 die Idee, den in die Jahre gekommenen Vereins-Spielplatz grundlegend zu erneuern – und ihn bewusst inklusiv zu gestalten.

Zur Vorbereitung wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, in der neben Vereinsverantwortlichen auch Fachleute der Lebenshilfe sowie Menschen mit Handicap vertreten waren. Nach einer ersten Kostenschätzung von 250.000 € entschied sich der Verein trotz der finanziellen Herausforderung für die Umsetzung.

Im Jahr 2023 wurde in der Hauptversammlung der Baubeschluss gefasst. Die Bauarbeiten begannen im April 2024, im Oktober 2024 wurde der inklusive Spielplatz feierlich eröffnet.

Heute bietet der Spielplatz zahlreiche barrierefreie Spielmöglichkeiten:

 

  • unterfahrbarer Sandspieltisch

  • rollstuhlgerechtes Trampolin

  • breite Rutsche

  • unterfahrbare Tischtennisplatte

  • Spielzug mit barrierefreiem Zugang

Insgesamt investierte der Verein 285.000 € und leistete 4.300 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Eine sechsköpfige „kleine Arbeitsgruppe“ begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung maßgeblich.

Der Spielplatz wird sehr gut angenommen – sowohl von Vereinsmitgliedern als auch von sozialen Einrichtungen aus der Region.

 

tvk

Verantwortlich: Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V.

Projektbeschreibung:

Der Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V. (TVK Essen) stellt seine beiden Motorboote, die für das Training der Wassersportler auf dem Baldeneysee eingesetzt werden, schrittweise von Benzin- auf Elektroantrieb um.

Bisher wurden die Boote mit 20 PS bzw. 25 PS starken Benzin-Außenbordmotoren betrieben. Der jährliche Kraftstoffverbrauch lag bei ca. 600–1.000 Litern Superbenzin. Zusätzlich verursachten die älteren Motoren Wartungskosten von zuletzt rund 1.000 Euro pro Boot und Jahr. Neben den laufenden Kosten waren insbesondere Lärmemissionen und Abgase problematisch – vor allem vor dem Hintergrund, dass der Baldeneysee ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet ist.

Im Jahr 2025 begann die Umrüstung auf Elektroantrieb. In jedes Boot wurde ein 12 kW Elektromotor eingebaut, der leistungsmäßig einem 20 PS Benzinmotor entspricht. Als Energiespeicher dienen pro Boot zwei 5 kWh Lithium-Ionen-Batterien, die ausreichend Kapazität für den Trainingsbetrieb bieten.

Die Batterien können über jeweils ein eigenes Schnellladegerät parallel geladen werden. Durch neu installierte Stromanschlüsse am Steg und in der Bootshalle stehen die erforderlichen 12 kW Ladeleistung zur Verfügung. Eine vollständige Aufladung für die nächste Trainingseinheit ist in weniger als zwei Stunden möglich.

Der benötigte Ladestrom stammt größtenteils aus einer vereinseigenen 26 kWp Photovoltaikanlage, die 2023 auf dem Vereinsheim installiert wurde und mit einem 20 kW Batteriespeicher kombiniert ist. Über ein selbst entwickeltes Lademanagementsystem wird überschüssiger Solarstrom gezielt für das Laden der Bootsbatterien genutzt.

Zwischen März und Oktober – der intensivsten Trainingszeit – kann der benötigte Strom nahezu vollständig durch die eigene PV-Anlage erzeugt werden. Insgesamt werden voraussichtlich über 80 % des jährlichen Ladestroms durch selbst produzierten Solarstrom gedeckt.

Das erste umgerüstete Boot ist seit September 2025 im Einsatz. Aufgrund der positiven Erfahrungen hinsichtlich Reichweite, Geschwindigkeit, Ladezeiten und vor allem der erheblichen Lärmreduktion wird auch das zweite Boot umgerüstet, sodass ab der Saison 2026 der Trainingsbetrieb vollständig elektrisch erfolgt.

Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Vereins. Bereits 2021 wurde das Dach des Vereinsheims energetisch saniert und anschließend mit der Photovoltaikanlage ausgestattet. Als nächster Schritt ist die Installation einer Wärmepumpe zur Ablösung der bestehenden Gasheizung geplant.

 

svh

Verantwortlich: Sportverein Heimbach e.V.

Projektbeschreibung:

Viele Spieler:innen sowie Zuschauer:innen reisen – insbesondere bei gutem Wetter – mit dem Fahrrad zu Trainingseinheiten und Spielen des SV Heimbach an. Um diese umweltfreundliche Anreiseform weiter zu fördern, wurde auf dem Vereinsgelände ein neuer Fahrradabstellplatz geschaffen.

Direkt neben dem Vereinsheim entstand auf einer zuvor hergerichteten, ebenen Fläche eine feste Abstellmöglichkeit mit mehreren im Boden verankerten Fahrradständern. Diese ermöglichen ein sicheres Anschließen der Fahrräder und erhöhen damit Komfort sowie Diebstahlschutz.

Als Mitglied der N!-Charta Sport setzt der SV Heimbach damit ein weiteres sichtbares Zeichen für nachhaltiges Handeln im Vereinsalltag. Die offizielle Eröffnung des Fahrradabstellplatzes ist für den Sommer 2026 geplant – unter aktiver Beteiligung der Dorfbevölkerung.

 

asa

Verantwortlich: Aalener Sportallianz e.V.

Projektbeschreibung:

Die Aalener Sportallianz engagiert sich seit vielen Jahren in integrativen Projekten in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Quartieren der Aalener Wohnungsbau. In den Quartieren Garten-/Hofackerstraße sowie Friedrichstraße leben zahlreiche Kinder, die aufgrund der sozialen Herkunft und der wirtschaftlichen Situation ihrer Familien unter erschwerten Bedingungen aufwachsen. Der Zugang zu regelmäßigen Freizeit- und Sportangeboten ist für viele von ihnen eingeschränkt.

Um diesem Umstand zu begegnen, bringt die Sportallianz Aalen den Sport direkt in die Wohnquartiere. Zwischen Ostern und den Sommerferien bietet ein Mitarbeiter des vereinseigenen Kindersports (KISS) wöchentlich auf Grünflächen neben den Wohnblocks offene Sportstunden an. Das Angebot umfasst vielfältige Bewegungs- und Fangspiele sowie Einheiten in Fußball, Basketball, Völkerball, Hockey und weiteren Wurf- und Mannschaftsspielen. Ergänzt wird das Programm durch kleinere Ausflüge.

Die Kinder lernen auf diese Weise niedrigschwellig die Sportangebote der Aalener Sportallianz kennen und erhalten die Möglichkeit, jederzeit am regulären Vereinstraining zu schnuppern. Darüber hinaus werden sie gezielt zum Feriencamp eingeladen. Perspektivisch können ältere Teilnehmende selbst Verantwortung übernehmen und als Betreuerinnen und Betreuer im Feriencamp mitwirken.

Das Projekt schafft einen direkten Zugang zu Bewegung, stärkt soziale Teilhabe und eröffnet langfristige Entwicklungsperspektiven im Verein.

 

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Verantwortlich: FC Kirchweiler 1925 e.V.

Projektbeschreibung:

Aus einer Idee, die 2019 auf einer Zukunftskonferenz des FC Kirchweiler 1925 e.V. entstand, entwickelte sich ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt mit starkem Nachhaltigkeitsfokus. Ziel war es, einen Soccercourt zu realisieren, der trotz begrenzter finanzieller Mittel hochwertige Trainings- und Begegnungsmöglichkeiten für den Verein und die gesamte Region bietet.

Da die ursprünglich kalkulierten Kosten für ein klassisches DFB-Kleinspielfeld bei rund 350.000 Euro lagen und damit für den kleinen Dorfverein mit etwa 230 Mitgliedern nicht realisierbar waren, entschied sich der FC Kirchweiler für einen alternativen Ansatz: Kreatives Upcycling, handwerkliche Eigenleistung und konsequente Wiederverwendung gebrauchter Materialien.

In nahezu vollständiger Eigenleistung entstand so eine 30 x 30 Meter große Multifunktions-Kleinspielfeld-Arena, die doppelt so groß ist wie ein klassisches DFB-Kleinspielfeld. Der Bau umfasste den Abtrag des Oberbodens, die Herstellung einer tragfähigen Tragschicht, ein durchdachtes Drainagesystem mit Anbindung an eine bestehende 10.000-Liter-Zisterne sowie die Montage von Bandensystem, Toren, Fangzäunen und einer LED-Flutlichtanlage. Lediglich die Verlegung und Verfüllung des Kunstrasens wurde aus Qualitätsgründen an eine Fachfirma vergeben.

Zentrales Element des Projekts ist die Wiederverwendung gebrauchter Materialien aus ganz Deutschland: ehemalige Indoor-Soccercourts, rund 1.000 m² gerettete Shockpads sowie Tennisnetze aus Vereinsauflösungen fanden eine neue Nutzung. Durch flexible Spielfeldmarkierungen, mobile Netzkonstruktionen und variable Toranordnungen ist die Arena vielseitig nutzbar – von Kinder- und Jugendtraining über Mannschaftstraining bis hin zu Sportangeboten für Erwachsene und Senioren.

Heute dient die Kleinspielfeld-Arena nicht nur dem FC Kirchweiler, sondern als generationenübergreifender Bewegungs- und Begegnungsraum für die gesamte Region.

Sowohl die Sportschau als auch der SWR berichteten über das Projekt des FC Kirchweiler.

 

djkm

Verantwortlich: DJK Ruhrwacht e.V.

Projektbeschreibung:

Als naturverbundener Kanusportverein ist sich die DJK Ruhrwacht ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und zukünftige Generationen bewusst. Kanusport ist Natursport – gleichzeitig sind Sportvereine jedoch nicht automatisch nachhaltig. Abfälle, Verkehr, Lärm sowie die zunehmenden Folgen des Klimawandels können Natur und Menschen erheblich belasten. Dies gilt in besonderem Maße, da sich das Paddelrevier der DJK Ruhrwacht im FFH-Gebiet „Mülheimer Ruhraue“ befindet, einem sensiblen Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit hohem Nutzungsdruck.

Vor diesem Hintergrund engagiert sich der Verein seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Ruhraue, unter anderem durch regelmäßige Müllsammelaktionen, die zweimal jährlich mit starker Beteiligung der Vereinsjugend durchgeführt werden, sowie durch die Teilnahme an überregionalen Aktionen wie dem Ruhr Clean-up.

Um Nachhaltigkeit jedoch nicht nur punktuell, sondern systematisch und langfristig im Vereinsleben zu verankern, hat die DJK Ruhrwacht 2024 als erster Sportverein in Mülheim an der Ruhr einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht erstellt und darauf aufbauend eine vereinsbezogene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Ziel ist es, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Vereinsaktivitäten transparent zu erfassen, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Der Nachhaltigkeitsbericht bildet die Grundlage für ein praxisnahes Nachhaltigkeitsmanagement. Kernstück der Strategie ist ein eigens entwickeltes SDG-Matrixmodell, das die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf die spezifischen Bedingungen eines Sportvereins überträgt. Das Modell zeigt in vier klaren Schritten, wie Nachhaltigkeitsziele systematisch erfasst, bewertet und umgesetzt werden können und besitzt Modellcharakter für andere Kanusportvereine.

 Den Nachhaltigkeitsbericht findest du hier.

 

fce

Verantwortlich: FC Ellwangen 1913 e.V.

Projektbeschreibung:

Der FC Ellwangen 1913 e.V. ist Hauptnutzer eines bundesweit einzigartigen Fußballplatzes: In Ellwangen wurde erstmals ein Kunstrasen installiert, der vollständig auf nachwachsenden Rohstoffen basiert und ohne herkömmliche Kunststoffe auskommt. Der plastikfreie Kunstrasen ersetzt einen ehemaligen Hartplatz, der zuletzt kaum noch bespielbar und besonders verletzungsträchtig war.

Sowohl der Rasenteppich als auch das verwendete Füllmaterial (Infill) bestehen aus biobasierten Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie landwirtschaftlichen Nebenprodukten und Holzbestandteilen hergestellt werden. Im Gegensatz zu konventionellen Kunstrasenplätzen entsteht dadurch kein dauerhafter Mikroplastikeintrag in die Umwelt, da sich das Material biologisch abbaut.

Der Platz ermöglicht ganzjähriges Training – auch bei schlechter Witterung – und wird intensiv von den Jugend- und Aktivenmannschaften des FC Ellwangen genutzt. Erste Praxistests, insbesondere mit Nachwuchsmannschaften, zeigen ein gutes Spielverhalten des Balles sowie eine insgesamt hohe Akzeptanz bei den Sportlerinnen und Sportlern. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Sportinfrastruktur.

 Sowohl der SWR als auch Sky Sport berichteten über das Projekt.

 

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