Logo des Württembergischen Landessportbund e.V.

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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.

Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.

Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

TVBB

Verantwortlich: SV Böblingen e.V. - Tennisabteilung

Projektbeschreibung:

Die Tennisabteilung des SV Böblingen (TABB) verfolgt seit vielen Jahren ein konsequentes Konzept zur Reduzierung von Plastikmüll und CO₂-Emissionen im Vereinsalltag. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele Mitglieder Mineralwasser in Plastikflaschen mitbrachten – obwohl auf der Tennisanlage qualitativ hochwertiges Trinkwasser verfügbar ist.

Bereits vor einigen Jahren wurde deshalb ein Trinkbrunnen installiert, an dem die Mitglieder kostenlos und bequem Leitungswasser zapfen können. Das Wasser wird zusätzlich gefiltert und durch einen Wasserenergetisierer aufbereitet, sodass eine echte Alternative zu gekauftem Mineralwasser entsteht.

Um das Bewusstsein für den Trinkbrunnen bei Neumitgliedern zu stärken, wurde 2023 ein weiterer Schritt umgesetzt: Jedes neue Mitglied erhält eine hochwertige, wiederverwendbare Trinkflasche mit Vereinslogo, die im Büro der Tennisanlage abgeholt werden kann. Der Gutschein für die Flasche wird zusammen mit einer persönlichen Willkommenskarte verschickt. So werden neue Mitglieder von Anfang an motiviert, den Trinkbrunnen aktiv zu nutzen.

Neben der Müllvermeidung hat das Projekt auch einen klaren Klimanutzen: Studien zeigen, dass der CO₂-Fußabdruck von Mineralwasser in Flaschen um ein Vielfaches höher ist als der von Leitungswasser – insbesondere durch energieintensive Flaschenproduktion, Recyclingprozesse und Transportwege. Durch die Umstellung auf Leitungswasser spart der Verein somit nicht nur Plastikmüll, sondern auch erhebliche Mengen an CO₂ ein.

Für dieses Engagement wurde die Abteilung von der Organisation „a tip: tap e. V.“ ausgezeichnet, die sich bundesweit für den Genuss von Leitungswasser einsetzt, um Plastikmüll, CO₂ und Kosten einzusparen.
Das Projekt zeigt, wie ein Verein mit einfachen, aber konsequent verfolgten Maßnahmen einen spürbaren Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz leisten kann.

 

FCH Pfand

Verantwortlich: 1. FC Heidenheim 1846 e.V.

Projektbeschreibung:

Der 1. FC Heidenheim 1846 führt bei ausgewählten Heimspielen in der Voith-Arena Pfandsammelaktionen durch. Dabei können Zuschauerinnen und Zuschauer ihr Becher- und Flaschenpfand spenden. Der Erlös kommt vollständig gemeinnützigen Einrichtungen und sozialen Projekten aus der Region zugute.

So wurde beispielsweise zum Heimspiel gegen Holstein Kiel am 16. März 2025 die Nikolauspflege Heidenheim unterstützt. Die Nikolauspflege ist ein Kompetenzzentrum für blinde, sehbehinderte und mehrfachbehinderte Menschen und begleitet Betroffene von der häuslichen Frühförderung bis ins Erwachsenenalter. Der Erlös der Pfandsammelaktion floss in das Projekt „Begegnung mit Pony, Schaf, Huhn & Co.“, das Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ermöglicht, wertvolle Erfahrungen mit Tieren zu sammeln und diese auf eine besondere Weise zu erleben.

Auch in dieser Saison lädt der FCH erneut vier soziale Einrichtungen ein, die Möglichkeit zu nutzen, bei Heimspielen Spendenaktionen durchzuführen. Interessierte gemeinnützige Einrichtungen können sich mit einem eigenen Helferteam bewerben, woraufhin eine Jury des FCH Fanbeirats vier Projekte auswählt.

 

Titelbild NABU KN

Verantwortlich: Ruderverein Neptun e.V. Konstanz

Projektbeschreibung:

Der RV Neptun hat durch seine Lage am Bodensee eine besondere Verantwortung für den Natur- und Artenschutz. Um dieser gerecht zu werden, arbeitet der Verein seit 2023 eng mit dem NABU-Bodenseezentrum zusammen. Ziel der Kooperation ist ein regelmäßiger Austausch zu Vogel- und Naturschutzthemen sowie die gemeinsame Durchführung von Aktionen.

In ersten Netzwerktreffen lernten sich Vereinsmitglieder und NABU-Ehrenamtliche kennen und vertieften ihr Wissen in Fachvorträgen über das Ökosystem Bodensee sowie über das Spannungsfeld zwischen Wassersport und Vogelschutz. Zudem engagierten sich Vereinsmitglieder bereits aktiv auf der schwimmenden NABU-Beobachtungsplattform „Netta“: Dort informierten sie andere Wassersportler über Schutzgebietsgrenzen, Regeln und naturverträgliches Verhalten auf dem Wasser.

Die Kooperation stärkt nicht nur das Bewusstsein für Biodiversität im Verein, sondern auch die gegenseitige Wertschätzung zwischen Naturschutz und Sport. Weitere Vorträge, Aktionen und Austauschrunden sind bereits für die kommende Saison geplant.

 

VfL musl

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Der VfL Sindelfingen 1862 e.V. veranstaltete in Kooperation mit dem Sozialdienst muslimischer Frauen in Sindelfingen und dem Württembergischen Landessportbund (WLSB) einen Sporttag speziell für Frauen unterschiedlicher Herkunft. Austragungsort war das Sportvereinszentrum „Sportwelt“.
Das reguläre Kursprogramm wurde an diesem Tag bewusst geöffnet und erweitert, um Frauen, die bisher noch keinen Zugang zum Verein oder zu sportlicher Betätigung hatten, einzubeziehen. Neben Pilates und Zumba stand auch eine speziell auf Frauen zugeschnittene Einheit Selbstverteidigung auf dem Programm.
Der Tag ermöglichte neue Begegnungen zwischen Vereinsmitgliedern und interessierten Frauen, förderte kulturellen Austausch und erleichterte die Hemmschwelle für einen ersten Schritt in den Vereinssport.
Die Rückmeldungen zeigten: Mit vergleichsweise geringem organisatorischem Aufwand konnte viel Wirkung für jede einzelne Teilnehmerin erzielt werden. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist bereits in Planung.

 

VfL Fonds

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Mit dem Unterstützungsfonds Jugend setzt der VfL Sindelfingen ein starkes Zeichen für soziale Gerechtigkeit im Sport. Der Fonds wird jährlich mit 1.500 Euro aus dem Jugendbudget gespeist und richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche aus prekären sozialen oder finanziellen Verhältnissen. Ziel ist es, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, am vielfältigen Sportangebot des Vereins teilzuhaben.

Der Sport im Verein vermittelt wichtige Werte wie Gemeinschaft, Teamgeist und Disziplin – Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche nachhaltig prägen. Damit der Zugang nicht an den finanziellen Ressourcen scheitert, können betroffene Familien unkompliziert und formlos per E-Mail einen Antrag beim Jugendreferat stellen. Gefördert werden Einzelfälle bis zu 150 Euro, subsidiär zu bestehenden Unterstützungsangeboten der Abteilungen.

Insbesondere die Erfahrungen aus der Corona-Krise haben gezeigt, dass Familien mit begrenzten finanziellen Mitteln oftmals als Erste den Rückzug aus dem Vereinssport antreten. Der Unterstützungsfonds soll hier gezielt entgegenwirken und jungen Mitgliedern eine faire Chance auf sportliche Teilhabe sichern.

 

VfL PV

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Bereits 2023 hat der VfL Sindelfingen eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit 100 kWp Spitzenleistung auf dem Dach seines Sportvereinszentrums „Sportwelt“ in Betrieb genommen. Das Projekt wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Sindelfingen als starkem, regionalen Partner umgesetzt. Durch das große Interesse beider Seiten, einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung in der Energiegewinnung zu leisten, konnte die Umsetzung schnell und reibungslos erfolgen.

Die Anlage deckt bis zu 33 % des täglichen Energiebedarfs der „Sportwelt“ durch Eigenproduktion ab und sorgt damit für eine deutliche Reduzierung der Energiekosten. Über ein attraktives Kostenmodell wird nach einer zehnjährigen Vertragslaufzeit der vollständige Übergang der Anlage in den Besitz des Vereins gewährleistet. Damit ist eine langfristige und nachhaltige Nutzung gesichert.

 

Volleyball quer

Verantwortlich: Volleyball-Landesverband Württemberg e.V.

Projektbeschreibung:

In Württemberg steht ab 2025 ein Ballwechsel für den Volleyballspielverkehr an, weshalb es zahlreiche Bälle geben wird, welche in unterschiedlichen Zuständen für eine Weitergabe oder Verwertung zur Verfügung stehen.

Das hat sich der Volleyball-Landesverband Württemberg zum Anlass genommen und das Projekt „Upcycling für Fairplay“ ins Leben gerufen, im Rahmen dessen die nicht mehr zugelassenen Bälle genutzt und verwertet werden sollen.

Ziel des Projekts ist es, die ausrangierten Bälle nicht ungenutzt zu lassen, sondern sie auf kreative und sinnvolle Weise weiterzuverwenden. Dabei steht der Gedanke im Mittelpunkt, Ressourcen zu schonen, Nachhaltigkeit aktiv zu leben und soziale Verantwortung zu übernehmen.

In kreativen Upcycling-Workshops entstehen aus den Bällen praktische Alltagsgegenstände. Diese finden in Zusammenarbeit mit lokalen Sozialeinrichtungen in allen Bezirken des Volleyball-Landesverbands Württemberg (VLW) statt und bringen Sportvereine, die Gesellschaft und alle Partner zusammen. So wird nicht nur Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschaffen, sondern auch der soziale Zusammenhalt gefördert.

Ergänzt wird das Angebot durch DIY- und Bauanleitungen, sodass auch außerhalb der Workshops nachhaltige Ideen umgesetzt werden können.

Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Weitergabe noch gut erhaltener Bälle an gemeinnützige Initiativen wie „Mein Ball – Dein Ball“ oder ähnliche Programme – mit dem Ziel, Sportbegeisterung zu fördern und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.

 

Kopie von Titelbild NABU KN (1)

Verantwortlich: Ruderverein Neptun e.V. Konstanz

Projektbeschreibung:

Zur Sicherung eines nachhaltigen und energieeffizienten Vereinsbetriebs hat der RV Neptun Konstanz auf dem Vereinsgebäude eine kombinierte Solarthermie- und Photovoltaikanlage installiert. Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Ressourcen deutlich zu reduzieren, die energetische Unabhängigkeit zu stärken und die Betriebskosten langfristig zu stabilisieren.

Die Umsetzung erfolgte 2024 mit Förderung der Stadt Konstanz im Rahmen des „Leuchtturmprojekts“ sowie mit tatkräftiger Unterstützung ehrenamtlicher Fachkräfte. Die Photovoltaikanlage umfasst 24 Module mit einer Peak-Leistung von 10 kW. Zusammen mit dem geplanten Batteriespeicher ist sie so ausgelegt, dass der Eigenbedarf des Vereins bestmöglich gedeckt werden kann.

Ein wesentlicher Effekt zeigt sich bereits: Der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitung, der bislang rund 140.000 kWh pro Jahr betrug, kann durch die Solarthermie deutlich gesenkt werden. Erste Auswertungen belegen zudem einen hohen Warmwasserbedarf im Restaurantbereich, was zu einer verursachergerechten Abrechnung geführt hat. Nach der Umstellung der Heizungssteuerung Ende 2024 wird sich die Anlage im laufenden Betrieb weiter bewähren.

Trotz technischer Verzögerungen und begrenzter Mitwirkung externer Partner konnte das zentrale Ziel – die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten – bereits weitgehend erreicht werden. Für 2025 ist ein umfassendes Energie- und Sanierungskonzept geplant, um zusätzliche Effizienzpotenziale zu erschließen.

 

RCA

Verantwortlich: Reitclub Altenheim e.V.

Projektbeschreibung:

Der Reitclub Altenheim hat mit der Sanierung seines Reitplatzes ein innovatives und nachhaltiges Konzept umgesetzt. Statt auf konventionelle, mikroplastikbasierte Materialien zu setzen, entschied sich der Verein für einen vollständigen ökologischen Aufbau: Jute ersetzt Kunststoffbande, natürliche Zuschlagstoffe kommen anstelle synthetischer Materialien zum Einsatz. Die Trennschicht besteht aus Lavagestein, das Regenwasser speichert und so den Sandboden dauerhaft feucht hält.

Auch beim Energieeinsatz denkt der Verein zukunftsorientiert: Eine geplante Photovoltaikanlage soll die Beregnungsanlage mit Strom versorgen und gleichzeitig zur Begrenzung des Reitplatzes dienen. Damit wird nicht nur Plastik vermieden, sondern auch Energie und CO₂ eingespart. Das Projekt zeigt, wie selbst kleinere Vereine mit viel Engagement nachhaltige Infrastruktur innovativ und zukunftsfähig gestalten können.

 

BIld 2

Verantwortlich: TSV Korntal e.V.

Projektbeschreibung:

Der TSV Korntal e.V. hat sein Vereinsgelände durch einen modernen Fahrradstellplatz mit über 28 Abstellmöglichkeiten nachhaltig erweitert. Direkt vor der Geschäftsstelle und in unmittelbarer Nähe zu den Sportanlagen gelegen, profitieren Mitglieder sowie Besucherinnen und Besucher von kurzen Wegen und hoher Sicherheit beim Abstellen ihrer Fahrräder.
Besonders bemerkenswert: Die vormals genutzte Abstellfläche wurde als ökologische Ausgleichsfläche aufgewertet und mit zwei neuen Bäumen bepflanzt. Damit vereint das Projekt funktionale Infrastruktur mit einem klaren Beitrag zur ökologischen Entwicklung des Vereinsgeländes.
Der neue Fahrradstellplatz ist Teil der umfassenden Neugestaltung der Sportanlage an der Jahnstraße und unterstreicht die nachhaltige Ausrichtung des Vereins.

 

tvkorntal

Verantwortlich: TSV Korntal e.V.

Projektbeschreibung:

Der TSV Korntal e.V. hat seine Infrastruktur modernisiert und eine energieeffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in den Umkleidekabinen installiert. Die Anlage sorgt für kontinuierliche Frischluftzufuhr, filtert verbrauchte, feuchte und geruchsbelastete Luft ab und nutzt die Wärme der Abluft, um die Frischluft vorzuwärmen. Dadurch werden Heizenergie eingespart, der CO₂-Ausstoß reduziert und die Betriebskosten langfristig gesenkt. Neben ökologischen Vorteilen profitieren die Sportlerinnen und Sportler sowie Trainer und Betreuer von einem spürbar angenehmeren und hygienischen Raumklima – insbesondere in den Wintermonaten. Zusätzlich minimiert die neue Technik das Risiko von Schimmelbildung und verlängert die Lebensdauer der Vereinsinfrastruktur. Mit dieser Maßnahme setzt der TSV Korntal ein klares Zeichen für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit im Sport.

 

AirGym2

Verantwortlich: TV 1861 Rottenburg e.V.

Projektbeschreibung:

Mit dem AirGym 1861 hat der TV 1861 Rottenburg eine moderne und nachhaltige Sportstätte geschaffen. Die überdachte Freilufthalle wurde in Holzbauweise errichtet und mit einer Photovoltaikanlage (25 kWp) ausgestattet. Der dort erzeugte Strom wird vollständig im vereinseigenen Sportvereinszentrum genutzt und trägt so zur Ressourcenschonung bei.

Die sportliche Nutzung des Gebäudes ist sehr vielseitig - von Kursen, über Rehasport, Kindersport, Vereinsveranstaltungen bis hin zu Schul-Kooperationen kann das AirGym 1861 durch den entsprechenden Sonnen- und Regenschutz fast ganzjährig genutzt werden. Zudem stehen ein kleiner Geräteraum sowie eine Musik- und Moderationsanlage zur Verfügung.

Nachhaltigkeit und Regionalität spielten beim Bau eine zentrale Rolle. Der Architektin Nicole Kuhn Adis, die auch als Kursleiterin beim TVR aktiv ist, ist ein optisch und funktional sehr ansprechendes Projekt gelungen. Der WLSB und Toto-Lotto Baden-Württemberg haben dafür die Auszeichnung als „Exzellente Sportstätte“ vergeben.

 

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